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Mitteilungsblatt No. 9 (2001)

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Köln, den 1. April 2002

Liebe Mitglieder der Varnhagen Gesellschaft,
im Frühlingsmonat April übersenden wir Ihnen den neuen
– im Erscheinungsbild sanft aufgefrischten – gazzettino.
In unserer »kleinen Zeitung« finden Sie wie gewohnt Mitteilungen
zum Vereinsleben, bibliographische Neuigkeiten und, wie wir hoffen,
wertvolle Hinweise zu Veranstaltungen, die den Themenkreis
Romantik, Salon, 19. Jhd., Judentum in Deutschland sowie die
Lebensgeschichte der Varnhagen und ihrer Freunde betreffen.
Unsere Internetseiten unter der neuen Adresse sind nicht
weniger informativ. Zu unserem Service gehört ein Gästebuch,
das Ihre Anregungungen und Kommentare für den Kreis der
virtuellen Besucher aufnimmt, und ein Kontaktformular, mit dem
Sie uns jederzeit auch von fremden Rechnern aus digitale
Mitteilungen zukommen lassen können. Außerdem finden Sie
den Katalog unserer anwachsenden Bibliothek, aus der ich
Benutzern gegen Kostenbeteiligung gern Auszüge anfertige.
Um unsere Satzung den modernen Anforderungen einer
internationalen Gesellschaft anzupassen, benötigen wir Ihre Voten.
Dieses leider etwas umständliche Verfahren einer Mitgliederbefragung
schreibt die Satzung vor. Wir bitten Sie an dieser Stelle nochmals
höflich um Ihre Stimmabgabe. Diejenigen unter Ihnen, die noch
kein Votum abgegeben haben, erhalten beiliegend noch einmal
Formulare; wir bitten um baldige Rücksendung.
Abschließend möchte ich Sie auf unsere nächsten Veranstaltungs-
termine aufmerksam machen, über die Sie Näheres im gazzettino
und auf den Internetseiten finden:
1. Juni
Klausurtagung des Vorstands in Dangast,
Gaststätte »Dorfkrug«
2. Juni
11.30 h Matinee (Lesung und Musik)
im Franz-Radziwill-Haus in Dangast
7. Sept.
11.30 h Bocholt, Exkursion zu Stätten jüdischen
Lebens in der deutsch–niederländischen Grenzregion Achterhoek
5. Okt.
11 h Mitgliederversammlung in Schloß Rastatt /
Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen
in der deutschen Geschichte
Über weitere geplante Termine in Düsseldorf, Steinfurt
und Münster werden Sie rechtzeitig informiert; zur MV
erhalten Sie Einladung, Tagesordnung und Wegbeschreibung.
Mit freundlichen Grüßen
Kornelia Löhrer
Varnhagen Gesellschaft
(Schriftführerin)

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Die Mitglieder haben gewählt:
Versammlung vom 6.1.2002 in Hamburg

Zu Jahresbeginn waren die Mitglieder der Varnhagen Gesellschaft zu Gast im
Gartenhaus des ehemaligen Anwesens von Salomon Heine in Hamburg.
Es war das fünfte ordentliche Mitgliedertreffen – »nicht, weil wir bereits seit
fünf Jahren existieren würden, auch wenn es im Frühjahr 2002 immerhin
viereinhalb Jahre sind«, wie es hieß. Dem Verein Heine–Haus e. V. sei
herzlich gedankt für ihre Gastfreundschaft.
In Bremen war im November 2000 beschlossen worden, der für Juni 2001
geplanten (und leider ausgefallenen) Berliner Zusammenkunft eine
Mitgliederversammlung in Hamburg folgen zu lassen. In einem Ort also, wo
Karl August und Rosa Maria Varnhagen, Ludmilla und Ottilie Assing aufgewachsen
sind, und der in Heinrich Heines Biographie als »frühe Stätte meiner Leiden«
eine besondere Rolle spielt.
Zu den wichtigsten Programmpunkten des Treffens gehörten die Vorstandswahlen,
die angesichts alternativer Kandidaturen in diesem Jahr zu einer spannenden
Entscheidung wurden. Diesmal stand eine Richtungsentscheidung an: Will eine
Mehrheit der Mitglieder eine stärkere »Verortung« des Vereins in Hagen
– namentlich am Rahel Varnhagen Kolleg –, für welche die scheidende
stellvertretende Vorsitzende mit ihrem »Personalvorschlag« plädierte, oder
befürwortet sie (wie der scheidende Vorsitzende) eine Entflechtung von Stadt-,
Schul- und Vereinsinteressen zugunsten einer bundesweiten und internationalen
Orientierung?
Liebevoll betreut und versorgt mit Kaffee und rot-weißen »Hanseaten«–Keksen
durch Marion Wachs und das Ehepaar Fränkel traf man sich schon eine Stunde
vor der Versammlung im Heine–Haus zu anregenden Gesprächen.
Angelika Mensching–Oppenheimer, die Hamburg als Versammlungsort vorgeschlagen
und den ersten Kontakt zum Heine–Haus geknüpft hatte, überreichte einen
Blumenstrauß. Dem Verein Heine–Haus e. V. hatte Nikolaus Gatter für dessen Mitglieder
fünfzig Jahresgaben der Varnhagen Gesellschaft überreicht: Ein faksimiliertes Billet von
Ottilie Assing an Pius Warburg, den Bankier, Kunstmäzen und Gründer des
Betty–Stifts, einem Wohnheim für alleinstehende ältere Damen und Studentinnen,
das, wie Frau Fränkel ausführte, noch heute existiert.
Der Vorsitzende eröffnete um 11.15 Uhr die Versammlung mit einer Schweigeminute
für den verstorbenen Schriftsteller Stefan Heym, der die Gründung der Varnhagen
Gesellschaft – zunächst als »Vorverein« unter dem Vorsitz von Frau Renée Kraus
(Dortmund) und Rita Viehoff, später durch die Gründungsversammlung am 16.12.1997
– mit einem optimistischen Grußwort bedacht hatte. »Ich halte dies für ein
verdienstliches Unternehmen«, hatte Heym an Dr. Gatter geschrieben,
»und kann Ihnen nur viel Glück dafür wünschen. Varnhagen und die Assing
waren ja sehr interessante Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts und
ihr Leben und ihre Tätigkeit tragen dazu bei, ein Bild des kulturellen Lebens
von damals zu geben«. Vor wenigen Wochen ist Stefan Heym, der sich
anläßlich eines Heinrich-Heine-Kongresses in Israel aufhielt, verstorben.
Nach einer turbulenten und spannungsvollen Debatte über den Vorstandskonflikt der
letzten beiden Jahre wurde der Kassenbericht mit der Entlastung des Vorstand
abgeschlossen. Danach trat der Vorstand zurück und man schritt zur Wahl, die diesmal
mit besonderer Spannung erwartet wurde. Denn es gab für jeden Vorstandsposten zwei
alternative Kandidaturen. Die Wahlleitung übernahm einer der anwesenden Gäste,
Herrn Hasso Pohl, Bibliothekar am Landgericht Bremen, dem Karola Schulte – ebenfalls
kein Mitglied – beim Auszählen assistierte. Zahlreiche Mitglieder standen am Tisch des
Wahlleiters und kontrollierten die Korrektheit der Stimmzählung. Gewählt wurde
satzungsgemäß durch die MV und auf Antrag geheim – nicht aber mit postalischen
Antwortkarten, auf denen jeweils nur ein Kandidat für jedes Amt zum Ankreuzen
bezeichnet worden war.
Nach der Wiederwahl des Vorsitzenden Nikolaus Gatter stimmte die Mehrheit der
Mitglieder für die Musikerin und Politologin Trautlind Klara Schärr (Bremen) als dessen
Stellvertreterin. Als neuen Schatzmeisterin wurde Karin Laakes (Bocholt) gewählt.
Zu Schriftführern bestellte die Versammlung Christian Liedtke (Hamburg) und
Kornelia Löhrer (Köln).
Als Kassenprüfer wurden Jutta Nickel (Hamburg) und Michael Becker (Lautertal) gewählt.
Die Sprecherinnen der Ausschüsse sind bereit, ihre Arbeit unter dem
alten und neuen Vorsitzenden weiterzuführen; die Mitgliederversammlung hat den
Vorstandsbeschluß über ihre Mitwirkung über ihre Mitwirkung im Vorstand mit je
einer Stimme erneut bestätigt. Wenn Sie sich einbringen möchten, sind Sie als
Mitglied der VG herzlich willkommen. Frau Dr. Elke Wenzel (Bergisch Gladbach),
die den Fachbeirat vertritt, oder Frau Angelika Mensching-Oppenheimer (Hamburg)
als Sprecherin des Mitgliederausschusses.
Über den Verlauf der Versammlung und die weiteren Beschlüsse informiert das
Protokoll in der Einladung zur nächsten MV.


Neue Anschrift und homepage des Vereins
Bitte richten Sie alle den Verein betreffenden Mitteilungen und Anfragen künftig an die
Varnhagen Gesellschaft e. V.
Weisshausstr. 17
D–50939 Köln
(c/o-Angabe nicht nötig!)
fon ++49 (0) 221 / 42 54 30
fax ++49 (0) 221 / 46 65 28
E–mail gesellschaft @ varnhagen.info
homepage http://www.varnhagen.info

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Satzungsänderungen: Ihr Votum ist gefragt
Die MV vom 6. Januar hat vier Satzungsänderungen beschlossen, zu denen wir
die Meinung aller Mitglieder einholen müssen, bevor sie im Vereinsregister eingetragen
und damit rechtskräftig werden. Wir bitten Sie – sofern noch nicht geschehen – ,
Ihr Votum umgehend auszufüllen und uns einzusenden.
In Abstimmung mit dem Amtsgericht Hagen und im Auftrag der MV soll das Verfahren für
Satzungsänderungen künftig vereinfacht werden. Ein entsprechender Antrag ist für
die nächste Mitgliederversammlung gestellt. Bitte notieren Sie sich Ort und Termin
dieser MV:
Samstag, 5. Oktober 2002, 11.00
Ort: Schloß Rastatt bei Baden
Herrenstr. 18
76437 Rastatt
Tel. 07222 77139-0
http://www.erinnerungsstaette-rastatt.de/
mailto:erinnerungsstaette @ barch.ra.uunet.de
(Gedenkstätte der Widerstandsbewegungen in der deutschen Geschichte / Bundesarchiv)
Wir hoffen auf rege Teilnahme! Auch zur beantragten Satzungsänderung können Sie
jetzt schriftlich schon votieren – Formular liegt bei.

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Zerbrochen sind die Fesseln des Schlendrians:
Westfalens Aufbruch in die Moderne.

http://www.lwl.org/fesseln-des-schlendrians/html/um1800.html
27. Oktober 2002 bis 16. März 2003
Münster, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
...eine Ausstellung über Westfalen um 1800, Napoleons Gesetzgebung, Industrialisierung,
Justus von Gruner u.a. Interessierten Mitgliedern bietet die Varnhagen Gesellschaft zum
Jahresende eine Führung mit Vortrag.
nähere Informationen bei Karin Laakes, Tel. 02871 / 29 36 54,
klaakes @ hotmail.com

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Die Varnhagen Gesellschaft e. V.
Vorstand:

Dr. Nikolaus Gatter, Köln (Vorsitzender)
Trautlind Klara Schärr, Bremen (Stellvertretende Vorsitzende)
Karin Laakes, Bocholt (Schatzmeisterin)
Christian Liedke, Köln (Schriftführer)
Kornelia Löhrer, Köln (Schriftführerin)
Dr. Elke Wenzel, Bergisch Gladbach (Fachbeirat)
Angelika Mensching-Oppenheimer, Hamburg (überregionaler Mitgliederausschuß)
Schirmherrin / Ehrenmitglieder:
Prof. Carola Stern, Berlin
Renée Kraus, prom. Phil., Dortmund
Prof. Dr. Maria Victoria Arrabal Cano, Barcelona
Prof. Dr. Jaime Vándor, Barcelona
Neue Mitglieder / Nachträge:
Karola Büchel, Stürzelbach
Barbara Heimbach, Bocholt
Dr. Udo Reinhold Jeck, Wetter
Rainer Köllmann, Bergisch Gladbach
Susanne Koppel, Hamburg
Marianne Kühnel, Lübeck
Prof. Dr. Klaus Parlasca, Frankfurt a. M.
Stephan Rögner, Frankfurt a. M.
...ausgeschieden sind:
Astrid Becker, Hannover
Eva Feldheim, Hagen
Dr. Cornelia Wolfgruber, München
Dr. Carola Gerlach, Berlin
Christoph Knüppel, Herford
Gernot Oelmann, Dortmund
Dr. Hermann Patsch, München
Dr. Kirsten Peters, Hagen
Dr. Gerhard Stroh, Düsseldorf
Prof. Dr. Dieter Vetter, Meinerzhagen
Dr. Gudrun Vetter, Meinerzhagen
Till Gerrit Waidelich, Berlin
Dr. Karin Wittlinger, Neumünster

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...exklusiv an Mitglieder
geben wir – in je einem Exemplar – das Buch von Ludwig Stern: Die Varnhagen von
Ensesche Sammlung in der Königlichen Bibliothek, Berlin 1911, 923 S. ab.
Zeitgenossen rühmten dieses Werk, das 9000 Korrespondenzpartner und ihre
in der Jagiellonischen Bibliothek zu Krakau aufbewahrten Lebenszeugnisse
verzeichnet, als »beispielgebendes Meisterwerk moderner Autographenkatalogisierung«.
Der Germanist Oskar Walzel schrieb: »Für Varnhagens Sammlung ist mithin endlich
geleistet, was wir bei der Benutzung ähnlicher Schätze schmerzlich vermissen.«
Mitgliedern überläßt die Varnhagen Gesellschaft den Katalog
(unaufgeschnitten, numeriert und broschiert) gegen Vorauszahlung des
Jahresbeitrags und eine Spende nicht unter 17,50 Euro
(bei Postversand nicht unter 20.–).

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...der Almanach No. 2 verspätet sich
Wir bitten die Beiträgerinnen und Beiträger sowie unsere Mitglieder um Verständnis.
Das Erscheinen des Almanachs 2 Makkaroni und Geistesspeise hat sich um einige
Wochen verzögert. Er wird spätestens im Frühsommer vom Berlin-Verlag Arno Spitz
GmbH, Berlin ausgeliefert (ca. 400 S., Abb., ISBN-Nummer 3-8305-0296-6):
http://www.berlin-verlag.de
Mitglieder, die den Band mit Ermäßigung beziehen möchten, wollen sich mit einer
verbindlichen Bestellung an uns wenden. Noch beim Verlag lieferbar ist Almanach 1:
Wenn die Geschichte um eine Ecke geht
(320 S., 44 Abb., kart. 27,– Euro, ISBN 3-8305-0025-4).

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Eine Mitteilung der Schatzmeisterin:
Liebe Mitglieder,
bitte achten Sie bei der Überweisung Ihrer Beiträge auf die neue Kontoverbindung
und die Bezeichnung des Zahlungsempfängers:

Wenn Sie eine Abbuchungsgenehmigung erteilt haben, überprüfen Sie bitte, ob Ihre
Kontonummer sich seitdem geändert hat. Vielen Dank! Sie ersparen dem Verein
unnötige Kosten für Rückbuchungen. Ihre Mitgliedsbeiträge sind wie Spenden steuerlich
absetzbar und werden in der zweiten Jahreshälfte abgebucht.
Für Ihre Beiträge und Spenden bis 100 Euro brauchen Sie dem Finanzamt übrigens
nur Ihren Einzahlungsbeleg vorzulegen, das ist mit dem neuen Konto auch problemlos
möglich, da der Verein als Empfänger genannt wird. Für Zuwendungen über 100 Euro
sende ich Ihnen unaufgefordert eine Spendenquittung.
Natürlich stelle ich Ihnen auch für geringere Beträge gern Quittungen aus, bitte teilen
Sie mir Ihren Wunsch in diesem Fall kurz mit!


Karin Laakes

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Rahel in aktuellen Veröffentlichungen
Nach jahrelangen Vorarbeiten ist jetzt endlich der neue Band der »Edition Rahel Levin
Varnhagen« erschienen: Rahel Levin Varnhagen: Briefwechsel mit Ludwig Robert.
Hg. v. Consolina Vigliero. 1014 S., 15 Abb., C. H. Beck: München 2001. Der stattliche
Band enthält 300 Briefe des Geschwisterpaars in originaler Orthographie, einen
umfangreichen Anmerkungsteil, Zeittafel, Register und Nachwort der am Centro di Studi
Rahel Levin der Universität Turin mitwirkenden Herausgeberin. Daneben bietet der
Kommentarteil zahlreiche Zitate aus Karl Augusts ungedruckten Anekdotenzetteln.

über die Herausgeberin, Consolina Vigliero:
http://hal9000.cisi.unito.it/wf/DIPARTIMEN/Scienze_de1/docenti/vigliero.htm_cvt.htm

Im Buch der 1000 Frauen. Das Frauen–Gedenk–Labyrinth Teil 2, Hg. v.
Dagmar von Garnier, Rüsselsheim: Christel Göttert Verlag 2001 hat unser Mitglied
Gabriele Reckhard den Rahel–Varnhagen–Artikel verfaßt (S. 198).


Zudem erschien ein Sammelband mit Aufsätzen: Rahel Levin Varnhagen. Studien
zu ihrem Werk im zeitgenössischen Kontext. Hg. v. Sabina Becker. 286 S., Röhrig:
St. Ingbert 2001 (Sofie. Saarländische Schriftenreihe zur Frauenforschung Bd. 30).
In diesem Band sind Mitglieder der Varnhagen Gesellschaft vertreten: Ulrike
Landfester fragt unter dem Titel Durchstreichungen nach der Ordnung des Werks in
Rahel Levin Varnhagens Schriften
(S. 53–79); Claudia Schulze bringt neue
quellengestützte Erkenntnisse zu Rahel Varnhagens Goethe–Rezeption in der
Interpretation von Käte Hamburger
(S. 231–258); Konrad Feilchenfeldt stellt im Hinblick
auf Weibliche Autorschaft und das Briefgenre kritische Überlegungen zur
Edition der Korrespondenz mit Pauline Wiesel durch Barbara Hahn an (S. 259–285).
http://www.roehrig-verlag.de/buecher/3-86110-284-6.htm

Der letztgenannte Briefwechsel steht auch im Mittelpunkt einer Studie von Luisa
Callejón Callejón: Briefliche Momentbilder. Lektüren zur Korrespondenz zwischen
Rahel Levin Varnhagen und Pauline Wiesel.
Hier geht es um Themen wie Krankheit
als Metapher, Blicke auf die Großstadtlandschaft, den Briefwechsel Rahels mit
Bokelmann und viele andere. Das Buch erscheint als Band 2 der »Berliner
Beiträge zur Germanistik« am 8. April 2002 im Saint–Albin Verlag,
Im Bauernbusch 7, 12355 Berlin.
http://www.saint-albin-verlag.de/page6c.htm#BerlinerBeiträge2

Brigitte Reimann erwähnt Rahel Varnhagen in einem Brief an Hermann Henselmann
v. 8.5. 1965. In: Mit Respekt und Vergnügen. Briefwechsel. Hg. von Ingrid
Kirschey–Feix. Berlin 2001, S. 50. Als Philosophin wird sie in Denken aus
Leidenschaft. Sieben Philosophinnen und ihre Lebensgeschichte
von Ingeborg Gleichauf,
Weinheim: Beltz & Gelberg 2001 gewürdigt. Über Rahels Grabstätte
schreibt Carl–Peter Steinmann in: Von wegen letzte Ruhe. Berliner Ausgrabungen.
Berlin: Transit Buchverlag 2002.

Ein Zeugnis zur Wirkungsgeschichte der einbändigen Ausgabe von Rahel.
Ein Buch des Andenkens
(Berlin 1933) enthält der soeben erschienene Band 12
der Mendelssohn-Studien. Beiträge zur neueren deutschen Kultur- und
Wirtschaftsgeschichte, hg. für die Mendelssohn-Gesellschaft von Rudolf Elvers u.
Hans-Günter Klein. Berlin: Duncker & Humblot 2002. Hans-Günter Klein veröffentlichte
darin: Abraham Mendelssohn Bartholdy in England. Die Briefe aus London im
Sommer 1833 nach Berlin. Am 5. August schrieb der Bankier an Fanny Hensel
(S. 116f.): »Ich mache mir gar nichts daraus, im Buche der Varnh: gedruckt zu sein,
bin es aber lieber bei Gelegenheit von 1813 als ich es über Walzeth und Leith
gewesen wäre. Was wird nicht alles gedruckt; es wird bald eben solche Auszeichnung
werden, nicht gedruckt, als nicht beredet zu sein. Inzwischen wünscht Kl. sehr das
Buch der V. zu haben, und hatte mir schon früher aufgetragen, Dich darum zu bitten.
Ich muß es aber vergessen haben, und thue es also hiermit. Fordere es, ich bitte,
in seinem Namen von V., zur Versendung findet sich schon eine Gelegenheit.« Der mit
Kl. abgekürzte Name steht für Karl Klingemann, bei dem sich Mendelssohn in London
aufhielt. »Unklar ist, was mit Walzeth und Leith gemeint ist«, heißt es im Kommentar
zu dieser Stelle (S. 118, Anm. 4). Wer weiß Rat?

Varnhagen von Ense und Achim von Arnim
Über Arnim und Varnhagen. Literarisch–publizistische Partnerschaft und Rivalität
im Kampf um die ›deutsche Nation‹ 1806–1814 schrieb Konrad Feilchenfeldt in:
Arnim und die Berliner Romantik: Kunst, Literatur und Politik. Berliner Kolloquium
der Internationalen Arnim–Gesellschaft. Hg. v. Walter Pape. Tübingen:
Niemeyer 2001 (Schriften der Internationalen Arnim–Gesellschaft 3), S. 23–39.

Bernt Tilp las Die Arnim–Bestände cum notis variorum in der Bibliothek von
Karl August Varnhagen von Ense in der Staatsbibliothek zu Berlin.
In: Neue Zeitung
für Einsiedler. Jg. 1/2000–2001, H. 2 (Juli), S. 35–40.
PDF-Dokument als Download
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/idsl/arnim/ZfE.pdf


»Soldatenweib und Lagerhure«?
Unfreundliche Erwähnung findet Rahel Varnhagen in einem jüngst erschienenem
Pamphlet von Peter Hacks Zur Romantik (Hamburg: Konkret Literatur Verlag,
2001. 157 S.).
In der kleinen Streitschrift des Dramatikers und DDR–Nationalpreisträgers wird die
Romantik in Bausch und Bogen abqualifiziert: »Romantik, das ist mißlungene
Literatur« (S. 154), meint Hacks zum Beispiel: »Ein romantischer Autor ist ein
Autor, der die englische Literatur gelesen hat, Opium verzehrt und sexuell von
patriotischen Groupies betreut wird.« (S. 49)
Über Rahel heißt es: »Rahels Drang nach Geltung war ungeheuer, und die höchste
Geltung erzielt man im Zentrum der antisemitischen Kreise. [...] Sie wurde folglich
Antisemitin« (S. 58); »Nicht viele wissen, daß das Judenmädchen, bevor sie
1814 in die christliche Religion eintrat und ihr gelang, einen ihrer Liebhaber, den
preußischen Diplomaten Karl August Varnhagen von Ense [...] vor den Altar zu
schleppen, sich [...] als Soldatenweib und Lagerhure versucht hatte. [...] [Sie] fuhr
unverdrossen gegen Napoleon und für die preußische Offiziersromantik zu
kämpfen fort; solcherart beschaffen war ihre Geistigkeit, auf die noch heutigen
Tags viele viel halten.« (S. 63 f.)
Hacks’ Bösartigkeiten sind durchaus nicht immer so geist- und substanzlos,
dennoch wird man bei dem Buch, das sich selbst in eine undifferenziert propagierte
romantikkritische Traditionslinie Goethe–Hegel–Heine einreiht und 200 Jahre
literarischer und wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit der Romantik
weitgehend ignoriert, den Eindruck nicht los, daß das, was es von seinem
Gegenstand behauptet, auch für das Buch selbst gilt: »das sind ganz alte Kamellen
und abgetane Sachen« (S. 156).

Christian Liedtke


http://www.konkret-verlage.de/klv/index.html
(unter "Gesamtprogramm")
P. S. Eine Vereinswerbung der Varnhagen Gesellschaft hatte der Schriftsteller
übrigens einst mit dieser höflichen Absage beantwortet:
»Sehr geehrter Herr Gatter, ich verabscheue beide Varnhagens und verbleibe Ihr
ergebener Peter Hacks, 3.10.1998.«

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www.varnhagen.info: die neue Internetseite
Seit ihrer Einrichtung zum Jahreswechsel 2001/02 wurde unsere neue Internetseite schon
1800mal besucht. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Vereinsleben, den
vollständigen Katalog unserer Bibliothek, die bisher erschienenen gazzettini, Leseproben
aus Almanach und Stern-Katalog, eine biographische Chronik und eine Linksammlung zum
Varnhagenschen Freundeskreis. Ein Kontaktformular hilft Studierenden bei Anfragen weiter.
Demnächst wollen wir auch Texte und bibliographische Informationen bieten. Unsere
Webmasterin Kornelia Löhrer freut sich über Anregungen und Kommentare.
Vergessen Sie bei Ihrem Besuch nicht, sich in unser Gästebuch einzutragen!

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oben links: Besuch des Vorstands am 25.3.2002 bei Berthold Friemel in der
Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel der Humboldt-Universität, Jägerstr. 10-11.
oben rechts: Anläßlich der Tagung Schöner Wohnen im Schönen Staat.
Wohnen in Berlin um 1800
(23./24.3.2002) Kaffeepause mit Mitgliedern der
Varnhagen Gesellschaft (v. l.: Christiane Gerstenfeld, Susanne Thor,
Hazel Rosenstrauch, Kornelia Löhrer).
unten: Vorstandssitzung in Köln (9.2.2002). Am 31.5. trifft sich der Vorstand
anläßlich unserer Matinee-Lesung im Franz-Radziwill-Haus (1.6.) zur Klausurtagung
im Dangaster Dorfkrug. Gäste sind willkommen: melden Sie sich bitte an!
(Fotos: K. Löhrer, N. Gatter, A. Mensching)


Termine: empfehlenswerte Veranstaltungen
(Zu den Veranstaltungen der Varnhagen Gesellschaft haben unsere Mitglieder
freien Eintritt.)
7. April
Frauen der Romantik. Gerta Preussner über Rahel Varnhagen und ihre Zeit.
Ort: Frankfurt–Rödelheim, Petrihaus. Eintritt: 5.–. Tel. 069 / 21 23 80 76.
http://www.roedelheim.com/vhs.htm
9. April
19.00 Ausstellungseröffnung: Schattenland Ströme. Erinnerungen an Johannes
Bobrowski. Bilder seiner Landschaft, fotografiert v. Günter Hohage.
Ort: Potsdam, Stadt- und Landesbibliothek, Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Eröffnung mit Helmut John, Oskar Ansull, Tel. 0331 / 2 00 98–0.
http://slb.potsdam.org/slb0.htm
näheres zur Ausstellung:
http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_kurier/archiv/1998/1021/kultur/0117/
11. April
11.00 Pressekonferenz der Mendelssohn Gesellschaft und art: Berlin in der Berlin-
Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mit Heinz Knobloch, Cécile
Lowenthal-Hensel, Elke Melkus und Dr. Ernst Siebel, Elke von Nieding und
Thomas Lackmann. Themen: Neue Stadtführungen zur Geschichte der Familie
Mendelssohn sowie die Erschließung einer »Geschichtsmeile Jägerstraße«
am Berliner Gendarmenmarkt.
13. April
»Die dritte Säule meines lyrischen Ruhmes.« Symposium zum 150. Jubiläum von
Heinrich Heines Romanzero. Ort: Düsseldorf, Heinrich–Heine–Institut,
Bilker Str. 12–14. U. a. mit Referaten unserer Mitglieder Jutta Nickel und Christian Liedtke.
http://www.duesseldorf.de/kultur/heineinstitut/fraset16.htm
16. April
19.00 Beate Neubauer: Frauen um Goethe. Willkommen und Abschied:
Friederike Brion. Lesung aus Briefen und Zeitzeugnissen. Ort: Berlin,
Ökumenisches Frauenzentrum, Große Hamburger Str. 29, Tel. 030 / 2 82 74 35.
17. April (18.00) bis 8. Juni
Ausstellung: Brückenschlag. Polnische Geschichte in historischen Karten und Dokumenten.
Eine Ausstellung des deutsch–polnischen Sammlers Tomasz Niewodniczanski (Bitburg).
Ort: Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden 8.
20. April (Beginn 9.30) bis 21. April
Tagung: Die Königsstadt. Berliner urbane Topographie um 1800. Veranst:
AG Berliner Klassik. Ort: Berlin, Berlin–Brandenburgische Akademie der Wissenschaften,
Jägerstr. 22–23, Plenarsaal.
http://home.arcor.de/berlinerklassik/termine/2002-03_04.htm
26. April (Beginn 9.00) bis 28. April
Symposium: Alexander von Humboldt in Berlin. Sein Einfluß auf die Entwicklung der
Wissenschaften.
Ort: wie 20./21.4. Mit Referaten unseres Mitglieds Ulrike Leitner,
Petra Werner, Ingo Schwarz u.v.a., Stadtführung, Besuch in Schloß Tegel.
27. April ...bis 23. Juni
Ausstell.: Die Suche nach dem Unendlichen. Aquarelle und Zeichnungen der
deutschen und europäischen Romantik. Ort: Koblenz, Mittelrhein–Museum.
http://www.mittelrhein-museum.de/
3. Mai (auf besondere Einladung)
19.00: 13. Salonabend des thor'schen Salons
Thema: »Narzissmus und Gemeinschaft«
Ort: Schloß Ziethen, Rittertafel im Gewölbe
Tel. 030 / 327 01 826
Fax 030 327 01 827
mailto:sdrthor @ aol.com
8. Mai bis 25. Juni
Ausstellung: Der Romantiker Friedrich de la Motte–Fouqué und Heinrich von Kleist.
Ort: Frankfurt an der Oder, Kleist–Museum, Tel. 0335 / 53 11 55.
http://www.kleist-museum.de
24. Mai
20.00 Salonkultur: Wo sich Herz zum Herzen findet. Hedwig Courths–Mahler in Berlin.
Lesung mit Beate Neubauer. Ort: Berlin, Gangway e.V., Schumannstr. 5. Eintritt 15,–
mit Buffet. 030 / 28046134.
27. Mai
19.00 Heidi Weitzel: Rahel Varnhagen (1771 bis 1833). Eine jüdische Frau in der Berliner
Romantik
. Ort: Darmstadt, Gästehaus der GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung),
5,–. Tel. 06159 / 71 26 91.
http://www.gsi.de/gsi.events.html
http://www-wnt.gsi.de/gsifrauen/Fraueninf11_01.htm
mailto:h.weitzel @ gsi.de
29. Mai
19.00 Elke Katharina Wittich: »Promenade am Wall«. Freiheit und Müßiggang in Hamburg
und Altona um 1800
(mit Lichtbildern). Ort: Hamburg, Heine–Haus e. V.,
Tel. 040 / 42811–2152.
1. Juni :
die Varnhagen Gesellschaft lädt ein!
Matinee in Zusammenarbeit mit der Franz–Radziwill–Gesellschaft: Vortrag,
Lesung aus Briefen von Rahel u. Karl August Varnhagen, Klaviermusik der Romantik
(Trautlind Klara Schärr).
Ort: Dangast, Franz–Radziwill–Haus und Archiv.
Sielstraße 3, 26316 Varel-Dangast, Tel. 04451 / 2777
http://www.friesland.de/touristik/tour_frradz_dan.html
http://www.friebo.de/inhalte/kk/kuenstler/radziwill.htm
6. Juni
19.30 Beate Neubauer: Die deutschen Kaiserinnen– Einfluß und Grenzen der Frauen
der Hohenzollern.
Mit Lesung aus Zeitzeugnissen. Ort: Berlin, Palais am Festungsgraben,
Eintritt 5.–, Tel. 030 / 20 84000.
8. Juni bis 4. August
Ausstellung: Kara Walker: Darkytown Rebellion.
Scherenschnitt-Rauminstallation aus dem Jahr 2000.
Ort: Kunstverein, Sophienstr. 2, 30159 Hannover
http://kunstverein-hannover.kulturserver-nds.de/
9. Juni
16.00: Frauen der Romantik. Christa Seck / Lars Reinking: Lesung aus dem Briefen Rahels
und Alexanders von der Marwitz; Musik von Fanny Mendelssohn mit dem NOMOS–Quartett.
Ort: Bökendorf bei Brakel, Museum Bökerhof. Eintritt 20.–
http://www.boekerhof.de/loc-cgi/ver-2494.cgi
mailto:tigges @ hrz.uni-paderborn.de
10. Juni (Beginn 13.00) bis 11. Juni
Auguste–Schmidt–Gedenktagung der Louise–Otto–Peters–Gesellschaft, mit Vorträgen zu
Leben und Werk der Frauenrechtlerin. Ort: Leipzig, Villa Tilmans, Tagungsbeitrag 15.–.
Tel. 0341 / 1260855.
...bis 12. Juni
Ausstellung: Ludwig und Else Meidner. 12.6., 19.30 Vortrag: Renate Berger: Künstlerpaare
im 20. Jahrhundert.
Ort: Jüdisches Museum, Frankfurt a. M.
http://www.juedischesmuseum.de/
16. Juni bis 18. August
Ambivalenzen. Zeitgenössische jüdische Künstlerinnen in Deutschland. Ort: Bonn,
FrauenMuseum.
26. Juni
19.00 Dorothea Schröder: »Rosa das rosas«. Musik des spanischen Mittelalters von
christlicher, arabischer und jüdischer Kultur (mit Dias). Ort: Hamburg, Heine–Haus e.V.,
Tel. 040 / 4 28 11–2152.

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4. August 1862
...vor einhundertvierzig Jahren:
Nichtöffentliche Verhandlung gegen Ludmilla Assing in Berlin wegen Veröffentlichung der
Tagebücher von K. A. Varnhagen von Ense
, Bd. 3 und 4. Sie wird in Abwesenheit wegen
Majestätsbeleidigung zu acht Monaten Gefängnishaft und zweijährigem Verlust der
Ehrenrechte verurteilt. Ihre am 12. August eingelegte Berufung wird am 14. April 1863
verworfen.
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25. August ...bis 3. November
Ausstellung: Wasser, Wolken, Licht und Steine. Die Entdeckung der Landschaft in der
europäischen Malerei um 1800. Ort: Koblenz, Mittelrhein–Museum.
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29. August 1862
...vor einhundertvierzig Jahren:
Von Karl August Varnhagens Tagebüchern erscheinen bei Brockhaus in Leipzig die Bände 5
und 6. Sie werden ohne öffentliche Bekanntmachung in Preußen beschlagnahmt. Am 5.
September 1862 erfolgt auch in Sachsen die Beschlagnahme. Im Rheinland und in Berlin
werden Buchhändler von Polizeispitzeln besucht, die Exemplare zu bestellen wünschen.

»In den im diesseitigen Revier befindlichen Buchhandlungen sind keine Exemplare der
Flugschrift ›Der Fortschritt‹ von Varnhagen von Ense vorgefunden!«
Telegramm des (überforderten) Schutzmanns Ludemann an das Polizeipräsidium Berlin,
29. September 1862 (Brandenburgisches LHA Pr. Br. Rep. 30 Bln C)
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30. August
20.00 Salonkultur: Die blaue Zeit – die jungen Romantiker in Berlin und Weimar.
Ulrike Müller liest und musiziert. Ort: Berlin, Gangway e. V., Schumannstr. 5. Eintritt 15,–
mit Buffet.
Tel. 030 / 28046134.
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Anfang September 1877:
vor 175 Jahren erschien Aus Rahel's Herzensleben.
»Ich bedaure, daß Ihnen Brockhaus mein Buch nicht geschickt hat, und dies erst zu
erfahren, nachdem meine wenigen Exemplare vertheilt sind. [...] Sie werden lächeln
über meine Spezialkenntniß jener Vergangenheit. Ich habe mich aber bei meinen Arbeiten
so viel mit jener Zeit beschäftigen müssen, daß es mir oft vorkommt, als wenn ich in ihr
gelebt hätte.«

Ludmilla Assing an Karl Gutzkow, 8.12.1877.
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7. September: die Varnhagen Gesellschaft lädt ein!
Exkursion zu Stätten jüdischen Lebens in der niederländisch–deutschen Grenzregion
Achterhoek. Mögliche Programmpunkte:
– Führung durch die Synagoge von Aalten (einzige Synagoge der östlichen Niederlande,
in der noch Gottesdienste abgehalten werden);
– Besuch des jüdischen Friedhofs in Bocholt;
– Führung durch das Stadtmuseum Bocholt; über den Kupferstecher Israel van Meckenem.
– Besuch der mittelalterlichen Bücherstadt Bredevoort mit zahlreichen internationalen
Antiquariaten;
– evtl. abendliche Gondelfahrt mit Lichterfest und Konzert auf der großen Gracht in
Bredevoort;
Treffpunkt: 11.30 Uhr am Bahnhof in Bocholt, wo ausreichende Parkmöglichkeiten
vorhanden sind und der »Bocholter« (Eisenbahnzug) um 11.23 Uhr ankommt. Von dort
Weiterfahrt mit PKW. Möglichkeit der Rückfahrt mit dem »Bocholter«: 18.33 Uhr.
Nähere Auskunft unter gesellschaft @ varnhagen.info und bei Karin Laakes
(mailto:klaakes @ hotmail.com oder 02871–293654).
Gäste sind willkommen!
11. September
19.00 Kurt Meissner: Wilhelm von Humboldt – ein preußischer Reformer und
deutscher Patriot.
Ort: Hamburg, Heine–Haus e.V., Tel. 040 / 42811-2152.
...bis 15. September
Trudi Rosner–Kasowski in Dangast: Zwischen Zeitgeist und Abkehr. Werkschau der
aus Breslau vertriebenen Expressionistin und Otto–Mueller–Schülerin. Franz–Radziwill-
Haus, Dangast (s. 1.6.).
19. September
19.00 Romantische Literatur: Szenische Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Bettina
von Arnim und Hermann von Pückler–Muskau. Ort: Schloß Branitz, Musiksaal.
http://www.pueckler-museum.de/
(unter "Veranstaltungen)
zur Pückler-Stiftung:
http://www.krebs-cottbus.de/puckler.html
Termin bitte vormerken:
5. Oktober
11.00 Schloß Rastatt bei Baden:
6. Mitgliederversammlung der Varnhagen Gesellschaft e. V.
Wir sind zu Gast in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der
deutschen Geschichte, deren Leiter Prof. Dr. Wolfgang Michalka uns im Anschluß
durch die Ausstellung (mit Schwerpunkt Revolution und Restauration 1848/49)
führen wird.
25. bis 27. Oktober
Colloquium: Preußen in Italien – Italien in Preußen. U.a. mit Referaten unserer Mitglieder
Nikolaus Gatter und Klaus Parlasca. Veranst.: Winckelmann-Gesellschaft, Ort: Potsdam
(evtl. Schloß Lindstedt).
Informationen:
Kuratorium der Winckelmann-Gesellschaft
Winckelmannstr. 36/37
39576 Stendal
fon 03931 / 215226
fax 03931 / 215227
mailto:winckelmann-stendal @ t-online.de
http://home.t-online.de/home/winckelmann-stendal/TAGUNGEN.HTM
27. Oktober 2002 bis 16. März 2003
Ausstellung: Zerbrochen sind die Fesseln des Schlendrians. Westfalens Aufbruch in
die Moderne.
Ort: Münster, Westf. Landesmuseum. (Hierzu bereitet die VG eine Exkursion
mit Führung vor.)
...bis 10. November
Ausstellung: 200 Jahre Romantik am Rhein. Ort: Köln, Stadtmuseum, Zeughausstr.,
0221/221-25790.
http://www.museenkoeln.de/Ksm/
22. November (Beginn 15.00) bis 24. November
Symposium: Johann Friedrich Reichardt (1752–1814) und die Literatur. Veranstalter:
Goethe–Gesellschaft, Ort: Weimar, Goethe–Nationalmuseum. U. a. mit Vorträgen unserer
Mitglieder Gerda Heinrich und Gudrun Loster–Schneider.
http://www.goethe-gesellschaft.org/aktuelles/symposium3.html

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Weitere VG-Vorhaben:
im Sommer und Herbst plant die Varnhagen Gesellschaft Veranstaltungen in Düsseldorf
(in Zusammenarbeit mit dem VS und dem deutsch-polnischen Insititut) sowie in Steinfurt,
in Gedenken an den Aufenthalt Karl August Varnhagens 1810/11 dort und seinen
Briefwechsel mit Rahel Levin in dieser Zeit. Die Mitglieder werden rechtzeitig von uns
über die Termine informiert.

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Ehrungen und Glückwünsche
– Unser Mitglied Professor Dr. Klaus Briegleb (Hamburg) feierte im Januar dieses Jahres
seinen 70. Geburtstag. Der Vorstand der Varnhagen Gesellschaft überreichte ein kleines
Präsent und gratuliert an dieser Stelle noch einmal herzlich. Wir wünschen dem Jubilar,
dessen Arbeit die literaturwissenschaftliche Forschung und Lehre u. a. zur politischen
Dichtung, zur 68er Literatur, zum Vormärz und insbesondere zu Heinrich Heine seit
Jahrzehnten bereichert, alles Gute! – Einige seiner Freunde und Schüler haben zu diesem
Anlaß eine Festschrift mit Gedichten von Anne Duden, W. G. Sebald, Yoko Tawada
und wissenschaftlichen Beiträgen zu Heine, Benjamin, Celan u. a. veröffentlicht:
Konterbande und Camouflage.
Szenen aus der Vor- und Nachgeschichte von
Heinrich Heines marranischer Schreibweise. Hg. v. Stephan Braese u. Werner Irro. 175 S.,
Berlin: Vorwerk 8, 2002.


Christian Liedtke


– Der langjährige Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin, Herr Dr. Antonius Jammers,
ist in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Wir wünschen ihm Glück und Gesundheit.

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zwei Tagungsaufrufe / Calls for papers:
1) Romantic Journeys and Discoveries
Konferenz vom 10. bis 13. Oktober 2002:
The Florida State University, Tallahassee, Florida (USA), Turnbull Conference Center.
Ein Exposé (max. 250 Worte) sollte bis 30. April an Ray Fleming,
mailto:rflemmin @ mailer.fsu.edu gehen.
2) Kommunikation – Medien – Intimität
Erstes internationales interdisziplinäres Symposion zum Liebesdiskurs, 20. bis 22. März 2003.
Frankfurt a. M., Museum für Kommunikation: »SMS- und E-Mail–Kommunikation erzeugen
neue Beziehungsformen und neue Formen der Intimität. Doch sollen neben den neuesten
auch die einschlägigen Liebeskommunikationsmedien wie das Telefon(gespräch) und das
Fax, sowie die älteren Kommunikationsmedien wie Postkarte, Telegramm und Liebesbrief
zur Diskussion stehen.« Interessenten mögen ein Exposé (max. 200 Wörter für ein
20–Minuten–Referat) bis zum 15.4.2002 an Eva L. Wyss (Universität Zürich) senden: mailto:elwyss @ ds.unizh.ch

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Aktuelle Publikationen unserer Mitglieder
Sibylla Bösenberg: Der Bremer Arzt Adolph Müller (1784–1811). In: Zeitschrift für
niederdeutsche Familienkunde Jg. 76/2001, H. 4, S. 345–350.
Wolfgang Bunzel: Ver–Öffentlichung des Privaten. Typen und Funktionen epistolarischen
Schreibens bei Bettine von Arnim. In: Briefkultur im Vormärz. Vorträge der Tagung des
Forum Vormärz Forschung und der Heinrich–Heine–Gesellschaft am 23.10.1999 in
Düsseldorf. Hg. v. Bernd Füllner. Bielefeld: Aisthesis 2001, S. 41–96.
Berthold Friemel: Briefwechsel zwischen Jacob Grimm und Georg Waitz. Eine unvollendete
Edition in Ludwig Deneckes Nachlaß. In: Zeitschrift für Germanistik N. F. 3/2001, S. 614–619.
Klaus F. Gille: Konstellationen. Gesammelte Aufsätze zur Literatur der Goethezeit.
Berlin: Trafo 2002.
Gerda Heinrich: Haskala und Emanzipation. Paradigmen der Debatte zwischen 1781
und 1812. In: Das achtzehnte Jahrhundert. Zeitschrift der Gesellschaft zur Erforschung
des achtzehnten Jahrhunderts Jg. 23/1999, H. 2, S. 152–175.
dies.: »Juden müssen sich also gar nicht einmischen...« Mendelssohn als Initiator und
Mentor der Debatte um die »bürgerliche Verbesserung« der Juden 1781–1886. In: Menora.
Jb f. deutsch–jüdische Geschichte 12/2001, S. 39–65.
Michael Robert Jones: Emancipation und Louise: Female Perspectives on the Events
of 1848
. In: Das schwierige neunzehnte Jahrhundert. Festschrift zum 65. Geburtstag
von Eda Sagarra. Hg. v. Jürgen Barckhoff, Gilbert Carr u. Roger Paulin. Tübingen:
Niemeyer 2000.
Michail Krausnick: Auf Wiedersehen im Himmel. Die Geschichte des Sinti–Mädchens
Angela Reinhardt. Erzählung mit dokumentarischem Anhang. München: elefanten press
bei Bertelsmann 2001
Cécile Lowenthal–Hensel: Der Faktor X und seine Bedeutung oder: Nicht gesucht und
doch gefunden.
In: Scrinium Berolinense. Tilo Brandis zum 65. Geburtstag. Hg. v.
Peter Jörg Becker u. a., Berlin 2000, Bd. 2, S. 955–959.
Jutta Nickel: Zur Figur biblischen Sprechens in Heinrich Heines Briefen aus Helgoland.
In: Briefkultur im Vormärz. Vorträge der Tagung des Forum Vormärz Forschung und der
Heinrich–Heine–Gesellschaft am 23.10.1999 in Düsseldorf. Hg. v. Bernd Füllner.
Bielefeld: Aisthesis 2001, S. 97–122.
Klaus Parlasca: Goethe und die Archäologie. In: Nürnberger Blätter zur Archäologie
Jg. 1999/2000, H. 16, S. 8–22.
Jutta Rebmann: Als Frau in die Luft ging. Die Geschichte der frühen Pilotinnen. Mühlacker /
Irdning (Steiermark): Stieglitz Verlag 2001.
Daniel Rothenbühler: Der grüne Heinrich 1854/55. Gottfried Kellers Romankunst des
»Unbekannt–bekannten« Bern / Berlin / Bruxelles / Frankfurt a. M. / New York / Oxford / Wien:
Lang 2002 (Zürcher Germanistische Studien 56).
Christina Ujma: Nach der Katastrophe. Hannah Arendts Repräsentation der deutsch–
jüdischen Kultur im Kontext der Nachkriegsdebatten. In: German Monitor.
Jews in German Literature since 1945: German–Jewish Literature?
Hg. v. Pól O'Dochartaigh.
Amsterdam / Atlanta: Rodopi 2000, S. 61–75.
dies.: Zwischen Rebellion und Resignation. Frauen, Juden und Künstler in den
historischen Romanen Fanny Lewalds. In: Travellers in Time and Space/ Reisende
durch Zeit und Raum
. Der deutschsprachige historische Roman. Hg. v. Osman Durrani u.
Julian Preece. Amsterdam/N.Y. 2001 (Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik 51),
S. 283–299.
Mechthilde Vahsen: Der Schreiber. In: Das Kopfkissenbuch. Hg. von Gerhild Tieger. Berlin:
Autorenhaus–Verlag 2001 (Literaturwettbewerb 2001).
dies.: Der Besuch. In: Angsthasen. Hg. von Cornelia Eichner und Ine's Jaccobie. Ahlhorn:
Geest 2001.
Dagmar von Wille: Il Pensiero di Christian Wolff nella cultura cattolica del Settecento.
l'Eclettismo filosofico di Ulrich Weis. In: Il Settecento tedesco in Italia. Gli italiani e l'immagine
della cultura tedesca nel XVIII secolo. Hg. v. Giulia Cantarutti, Stefano Ferrari u. Paola
Maria Filippi. Bologna: Società editrice il Mulino 2002, S. 95–118.

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Unsere Dachkammer–Bibliothek hat ein neues Domizil in Köln gefunden. Interessierte
Benutzer wenden sich an die Schriftführerin Kornelia Löhrer, Tel. 0221 / 425430
(mailto:kornelia @ lesefrucht.de). Wir danken allen Spendern von Sonderdrucken,
Büchern und Mikrofilmen!
Den Katalog finden Sie hier.


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